Was ist backscatterer.org?
Backscatterer.org betreibt eine sogenannte "Realtime Blackhole List", kurz RBL. Dabei handelt es sich um eine Sperrliste für IP-Adressen von Mailservern.
Auf dieser Speerliste können IP-Adressen von Servern erscheinen, über die bestimmte automatische Nachrichten versendet wurden. Bei diesen Nachrichten kann es sich unter anderem um die folgenden handeln:
- Unzustellbarkeitsmeldungen
- Bounce-Nachrichten
- Abwesenheitsnotizen
- Zustellbestätigungen
Von Backscatter-E-Mails kann dann gesprochen werden, wenn genau diese automatischen E-Mail-Antworten, durch einen gefälschten Absender erzeugt wurden. Falls das so ist, kann diese besagte E-Mail dann auch an unschuldige Dritte Personen zugestellt werden (siehe Schaubild).
Für mehr Informationen sehen Sie gerne hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Backscatter_(E-Mail)
Warum werden IP-Adressen von Hornetsecurity auf backscatterer.org gelistet?
Das Problem: Die Liste unterscheidet nicht in jedem Fall zuverlässig zwischen unerwünschtem Backscatter und legitimen automatischen E-Mails. Dadurch können auch IP-Adressen gelistet werden, die ordnungsgemäße Systemnachrichten versenden.
Für eine tiefgehende Erklärung muss zwischen eingehenden und ausgehenden E-Mails unterschieden werden.
Eingehende E-Mails
Hornetsecurity setzt verschiedene Verfahren ein, um eingehenden Backscatter zu erkennen und zu blockieren.
Verdächtige Backscatter-Nachrichten werden nach Möglichkeit bereits während der SMTP-Verbindung abgelehnt. Das bedeutet, dass Hornetsecurity die Nachricht gar nicht erst annimmt.
Dadurch erzeugt Hornetsecurity für diese abgelehnte Nachricht keine zusätzliche Unzustellbarkeitsmeldung. So wird verhindert, dass weiterer Backscatter entsteht.
Zusätzlich verwendet Hornetsecurity ein eigenes Bounce-Management. Dieses prüft, ob eine eingehende Unzustellbarkeitsmeldung zu einer tatsächlich versendeten Nachricht gehört. Auf diese Weise können legitime und gefälschte Bounce-Nachrichten besser voneinander unterschieden werden.
Ausgehende E-Mails
Hornetsecurity versendet im Auftrag seiner Kunden auch legitime automatische Nachrichten.
Ein Beispiel wäre hier eine Abwesenheitsnotiz:
- Eine reguläre E-Mail wird an einen Hornetsecurity-Kunden gesendet.
- Das E-Mail-System des Users erzeugt eine automatische Abwesenheitsnotiz.
- Hornetsecurity übermittelt diese Nachricht an den ursprünglichen Absender.
- Beim Empfänger dieser automatischen Abwesenheitsnotiz, welcher die RBL Backscatterer als Blacklist betreibt, erzeugt das einen "Treffer". So verhält es sich auch mit den anderen o.g. E-Mailtypen.
Eine bei Backscatterer gelistete IP-Adresse bedeutet daher nicht automatisch, dass über diese IP-Adresse auch Spam versendet wurde.
Beantragt Hornetsecurity die Entfernung seiner IP-Adressen von backscatterer.org?
In kurz - Nein.
Als externer E-Mail-Security-Provider übermittelt Hornetsecurity im Auftrag seiner Kunden auch legitime automatische Nachrichten. Dazu gehören beispielsweise Abwesenheitsnotizen und technisch notwendige Unzustellbarkeitsmeldungen.
Hornetsecurity betrachtet diese Nachrichten nicht als Spam.
Die Freischaltung beim Blacklistanbieter "backscatterer.org" kann nur gegen Gebühr vorgenommen werden, unabhängig davon, ob der Versender den Mailbetrieb tatsächlich stört. Hornetsecurity betrachtet den Betreiber Backscatterer daher als unseriös, solange er sich auch mit legitimen Bounce-Nachrichten anreichert und für das Freischalten dieser eine Gebühr verlangt.
Was kann man tun, wenn E-Mails abgelehnt werden?
Einige Kommunikationspartner verwenden "backscatterer.org" als Sperrliste und lehnen E-Mails von gelisteten IP-Adressen bereits während der SMTP-Verbindung ab.
Wird "backscatterer.org" als einziges Entscheidungskriterium verwendet, können auch legitime geschäftliche E-Mails blockiert werden. Solche irrtümlichen Treffer werden als „False Positives“ bezeichnet.
Empfehlung für den empfangenden Mailserver (Extern - nicht Hornetsecurity Kunde)
Ein Treffer bei "backscatterer.org" sollte nicht automatisch zu einer endgültigen Ablehnung der E-Mail führen.
Stattdessen kann der Treffer als zusätzliches Bewertungskriterium verwendet werden. Mögliche Maßnahmen wären dann beispielsweise:
- die Nachricht in Quarantäne zu verschieben
- die Nachricht zu kennzeichnen
- weitere Spam- und Sicherheitsprüfungen durchzuführen
- bekannte und vertrauenswürdige Absender über eine Whitelist auszunehmen
Eine Ablehnung sollte nur erfolgen, wenn weitere Merkmale darauf hinweisen, dass es sich tatsächlich um eine unerwünschte oder schädliche Nachricht handelt.
Empfehlung für Hornetsecurity Kunden
Die Konfiguration des empfangenden Mailservers liegt in der Verantwortung des jeweiligen Betreibers.
Wird eine legitime E-Mail aufgrund eines Eintrags bei "backscatterer.org" abgelehnt, empfehlen wir folgendes Vorgehen:
- Kontaktieren Sie den betroffenen Kommunikationspartner.
- Informieren Sie ihn darüber, dass die Ablehnung aufgrund der Sperrliste "backscatterer.org" erfolgt ist.
- Bitten Sie den Betreiber des empfangenden Mailservers, seine Filterregeln zu überprüfen.
- Empfehlen Sie, "backscatterer.org" nicht als einziges Kriterium für eine endgültige Ablehnung zu verwenden.
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Falls erforderlich, kann der Kommunikationspartner die betroffenen Hornetsecurity-IP-Adressen in seine Whitelist aufnehmen.